Kunst 2021: Helnwein wird wieder ausgestellt

Ein Glas voll mit PinselEin Glas voll mit Pinsel

Einer meiner Lieblingskünstler ist Gottfried Helnwein. Über diesen möchte ich in diesem Blog Artikel kurz schreiben, weil ich soeben erfahren habe, dass es neue Ausstellungen gibt. Ich freue mich wie ein Hutschpferd darüber, weil ich schon lange darauf gewartet habe.

Kurze Biografie über Helnwein

Gottfried Helnwein wurde am 8. Oktober 1948 in Wien geboren und wohnt mittlerweile in Irland. Er ist nicht nur einzigartige Künstler, ferner glaubt er an Elfen und an mystische Welten. Er gehört sicherlich zu einen der umstrittensten Künstlern nach dem 2. Weltkrieg. Seine Bilder von verwundeten Kindern wurden bekannt und oft diskutiert. Er schafft es immer wieder Tabu- und Reizthemen einzigartig darzustellen. Auch das Thema Nationalsozialismus wird in seinen Bildern dargestellt. So erschreckend die Themen sein mögen, seine Werke sind unglaublich real. Bei den meisten könnte man meinen, es handelt sich um Fotografen, dabei sind es gemalte Bilder. Helnwein schreibt nicht nur Geschichte in seinen Bildern, er fasziniert durch sein Schaffen durch und durch.

Die bekanntesten Bilder von Helnwein

Seine Darstellungen sind stets hyperrealistisch und dies nutzt er, um seinen Bildern Leben einzuhauchen. Eines der bekanntesten Bilder ist jenes, bei denen bandagierte, verwundete Kinder dargestellt werden. Beim Anblick weiß man nicht, was man davon halten soll. Sie sind rätselhaft, verstörend und nicht eindeutig. Man ist fasziniert, aber gleichzeitig schockiert. Helnwein malte in seinen Schaffensjahren auch zahlreiche Bilder von bekannten Künstlern. Keith Richards, Keith Haring, Michal Jackson, Andy Warhol und viele andere ließen sich portraitieren.

Die Portraits zeigen nicht nur die Künstler wie man sie kennt, er schaffte es, das Intime dieser nach draußen zu kehren. Hinter der Fassade der Künstler, stecken Persönlichkeiten und dies schaffte Helnwein zu repräsentieren. Dennoch wirken die Bilder niemals billig, sie besitzen immerzu Eleganz.

Sein Lebensweg war steinig, aber einzigartig

Helnwein wurde 1949 in Wien geboren. Sein Vater war Postbeamter und kein Künstler. Seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte der Maler in Wien, er hat nur düstere Erinnerungen an die Nachkriegszeit. Er fühlte sich stets so, als würde er in der Hölle wohnen. Die Erwachsenen waren depressiv und aggressiv.

Irgendwann kam er zu Comic-Hefen, die ihn inspirierten. Walt Disney war für ihn ein beseelender Mensch, und angeblich sein einziger Lehrer. Dies erzählte er einmal in einem Interview. In den 60er Jahren ging er an die Grafische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, später an die Akademie der bildenden Künste. Dort genoss er den Status Meisterschüler bei Rudolf Hausner. 1970 bekam er die erste Auszeichnung, den Meisterschulpreis, 1971 den Kardinal-König-Preis und drei Jahre später folgte der Theodor-Körner-Preis.

Schon damals nutze er seine bekannten Stilmittel und Techniken. Neben Malereien und Zeichnungen, ist er auch der Fotografie verfallen. Provoziert hat er schon früh. Manche Arbeiten wurden sogar konfisziert, weil sie zu viel Provokation auslösten. Ende der 70iger war es die Pop- und Trivialkultur, die ihn faszinierte.

In den 80igern ging er nach Deutschland und blieb bis 1997 in einem Schloss in der Eifel. Ende der 90iger übersiedelte er nach Irland. Aufgeben war niemals eine Option für den Künstler. Seine Werke schafften es zum Weltruhm. Ob im Fine Arts Museum San Francisco, im chinesischen Nationalmuseum oder in St. Petersburg. Seine Werke fanden überall Anklang. Auch in Wien gab es viele Ausstellungen, die zahlreiche Fans in die Museen zog. Seine Ausstellung im Albertina Wien im Jahr 2013 war die meist besuchte bislang, mit mehr als 250.000 Besucher.

Helnweins aktuelle Bilder im Gespräch

Nach wie vor arbeitet er an der Serie „Disasters of War“, mit der er 2007 begann. Das Gemälde „The Disasters of War 36“ ist das aktuelle seiner Werke. Ursprung der Serie ist das Thema Kriegsverbrechen, welches er in seinen Gemälden verarbeiten will.

Im Frühling 2021 findet im Ludwig Museum Koblenz eine Ausstellung mit dem Titel „Schlaf der Vernunft“ statt. Bei dieser Vernissage werden über 34 Gemälde präsentiert. Auch in der Galerie Geuer & Geuer in Düsseldorf könnt ihr Helnwein bewundern. Dort findet die Ausstellung „Das stille Leuchten“ statt. Es handelt sich um die erste Ausstellung von ihm seit 2006.

Bei diesen beiden Ausstellungen werdet ihr seine Bilder am eigenen Leibe zu spüren bekommen, seine kompromisslose Bildsprache ist einzigartig. Man erkennt sofort Verlorenheit auf dem Bild, Verletzlichkeit und man fühlt Mitgefühl. Helnwein lässt sich in Worte kaum beschreiben, man muss die Bilder gesehen haben. Ich lade dich ein nach ihm zu googeln. Schau dir seine Webseite an und lass dir einige Bilder anzeigen. Man findet die besten und berühmtesten auf jeden Fall im Web. Hier müsst ihr nicht lange suchen. Aber ich warne euch, sie sind schockierend. Da oft Kinder portraitiert werden, ist es teils noch schlimmer zu verkraften.

Helnwein und Bowie: Alles nur Zufall?

Wer Bowies letzte Videos „Lazarus“ und „Blackstar“ kennt, erinnert sich vielleicht direkt an Helnweins Bilder. Dies hat auch seine Bedeutung. Bowie liebte Kunst und kam sogar nach Wien, um seine Größen zu treffen. Er nutzte seinerzeit die Bandagen als Inspiration. So auch in seinen letzten Videos. Übrigens, Bowie traf Helnwein im Jahr 1991 und auch von ihm gibt es ein Porträt. Diese Information gefällt mir besonders gut, weil Bowie mein Musikgott ist. Helnwein ist mitunter, mein Kunstgott und Bowie in der Musik. Wenn zwei solche Superstars aufeinandertreffen, kann nur gutes dabei rauskommen.

Bowie kam öfter nach Österreich, um die Kunst zu genießen. Auch besuchte er die ehemalige Nervenheilanstalt Gugging, in dem sich heute ein Museum befindet. Andre Heller lud ihm am 8. September 1994 ein und Bowie folgte dieser sofort. Als Kunstliebhaber wollte sich Bowie dieses Highlight nicht entgehen lassen. Damals war ich weder Bowie Fan, noch wusste ich davon, dass er in Österreich war. Abgesehen davon war ich viel zu klein. Aber schön zu wissen, dass Bowie viele Spuren in Österreich hinterließ.

Nun bin ich zu sehr in die Musikabteilung abgerutscht. Sorry, meine Schuld. Der nächste Blogartikel wird wieder von der Kunst handeln. Versprochen. Schaut vorbei und lasst euch inspirieren. Vielleicht findet ihr schon bald eure Muse.

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